Dass die gesellschaftlich geforderte Extensivierung der heimischen Produktion eine Anhebung der öffentlichen Zuwendungen voraussetzt, weil die Betriebe sonst nicht mehr wettbewerbsfähig wären, bestätigen auch Berechnungen von Dr. Frederick Volckens und Carl-Christian Meyer (Betriebswirtschaftliches Büro Göttingen GmbH).
Beides sind Ergebnisse aus wissenschaftlichen Forschungsarbeiten zum Thema „Innovative Agrarpolitik nach 2020“, welche die Edmund Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert und bei ihrem jährlichen Symposium in Berlin vorgestellt hat. Dort präsentierten auch Prof. Dr. Martin Odening (HU Berlin) und Prof. Dr. Oliver Mußhoff (Universität Göttingen), Prof. Dr. Vera Bitsch und Andreas Gabriel (TU München) sowie Dr. Kirsten Boysen-Urban (Universität Hohenheim) ihre Forschungsergebnisse zu den Themen Preis- und Ertragsrisiken, Betriebsnachfolge sowie Sicherheitsnetze in der GAP. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Ludger Schulze Pals (Chefredakteur des Magazins „top agrar“).
Der Sprecher des Vorstands der Rentenbank und Vorstandsvorsitzende der Edmund Rehwinkel-Stiftung, Dr. Horst Reinhardt, würdigte die Arbeiten als wichtige Beiträge zur aktuellen agrarpolitischen Diskussion. „Die Studien analysieren zentrale Herausforderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik und liefern zugleich konkrete Politikempfehlungen für die Grundausrichtung der kommenden Förderperiode“, so Reinhardt.
Bereits am Vorabend der Veranstaltung nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit der französischen Botschafterin, Anne-Marie Descôtes. In ihrer Rede skizzierte sie die Ideen Frankreichs zur Weiterentwicklung der Europäischen Union und verwies auf die Initiativen von Staatspräsident Emmanuel Macron. Descôtes, die vor ihrer Berufung zur Botschafterin bereits viele Jahre in verschiedenen Positionen mit EU-Themen betraut war, zeigte interessante Perspektiven für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik im Rahmen einer Neugestaltung auf. Sie betonte, dass Frankreich den Finanzierungsvorschlag der Kommission für verbesserungsfähig hält und die Wahrung des GAP-Haushalts fordert, um das jetzige Unterstützungsniveau zu halten. „Über die Finanzierung hinaus bilden die jüngsten Legislativvorschläge eine gute, aber ausbaufähige Arbeitsbasis für die Zukunft der GAP. Sie eröffnen neue Möglichkeiten zur Strukturierung der Agrarsektoren und zur Förderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft. So können wir die Ernährungssouveränität in der Zukunft verbürgen“, sagte die Botschafterin.
Die Forschungsbeiträge sind in Band 34 der „Schriftenreihe der Rentenbank“ veröffentlicht und können kostenlos bestellt werden (Tel. 069/2107-363; Fax -6447). Dieser und frühere Bände der Schriftenreihe sind auch als PDF auf der Homepage der Rentenbank kostenlos abrufbar (https://www.rentenbank.de/ueber-uns/edmund-rehwinkel-stiftung/studienfoerderung/).
Service:
Die Edmund Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank wurde 1974 zur Erinnerung an den früheren Bauernpräsidenten und langjährigen Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Rentenbank ins Leben gerufen. Ziel der Stiftung ist die Förderung von agrarbezogener Wissenschaft und Forschung. Die Stiftung schreibt dazu einmal im Jahr ein aktuelles Schwerpunktthema aus. Interessierte können sich darauf mit einer Projektskizze um Förderung bewerben. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Stipendien an Studierende, die ihren Master mit agrar- oder ernährungswissenschaftlichem Schwerpunkt an einer deutschen Hochschule absolvieren. Unter dem Titel „Wissenschaft.Praxis.Dialog“ fördert die Stiftung zusätzlich den Austausch zwischen der forschenden Wissenschaft und der land- sowie ernährungswirtschaftlichen Praxis. Nähere Informationen unter http://www.rehwinkel-stiftung.de/.